Express-Übersetzungen und weitere Kostentreiber

Übersetzungsservice mit Zusatzleistungen

Wie Express-Übersetzungen Preise treiben

Bei der unmittelbaren Preisverhandlung können Kunden Geld sparen, denn eine Eil- bzw. Feiertagsbearbeitung ist auch ein Zusatzangebot. Durch die Globalisierung haben wir uns an die immanente Verfügbarkeit von Ressourcen gewöhnt. Wir kennen nur noch sehr geringe Wartezeiten. Da ist es nur konsequent, wenn man bei einer nötigen Übersetzung auch auf die Dringlichkeit des Auftrages pocht.

Allerdings gehören Eilaufträge mit zur höchsten Aufschlagskategorie des Übersetzers. Ein routinierter Übersetzer kann im Optimalfall in einer Stunde einen 1500 Wörter umfassenden Text verarbeiten – sofern diese nicht schwer bis unleserlich, im falschen Dateiformat oder voller inhaltlicher Fehler ist. Soll es schneller gehen – am besten bis gestern – was auch späte Auftragsvergabe nach Feierabend einschließt, wird ein Eilaufschlag fällig.

Hier sollte sich der Kunde vorab fragen, ob er die Dokumente wirklich so schnell benötigt, dass er bereit wäre, die Mehrkosten einer Expressübersetzung zu tragen. Auch wenn umgekehrt – gerade im Bereich der ermächtigten Übersetzer, die häufig mit Dokumenten arbeiten, die Behörden fristgerecht zugeleitet werden sollen – ein Feiertags- oder Expresszuschlag kaum vermeidbar ist. Ein häufiges Beispiel aus der Praxis sind kurzfristig (nach-)geforderte Dokumente zwecks Eheschließung.

Der Übersetzungsservice und seine Zusatzleistungen

Viele Übersetzer bieten Dienstleistungen über die eigentliche Übersetzung hinaus an: Korrektorat, Lektorat, Terminologiearbeit, Formulierungshilfe, Beeidigung, Eilübersetzung, Transkriptionen, kulturelle Beratung und in Zeiten digitaler Medien sogar teilweise Beratung in Fragen, die Layout, Drucksatz und Weiterverarbeitung angehen. So eine breite Spanne an Angeboten erweitert sowohl das Verdienstfeld als auch das Kundenfeld des Übersetzers deutlich. Als Auftraggeber sollte man sich zunächst einmal generell über dieses breite Spektrum an Zusatzangeboten freuen, schließlich minimiert es die Anzahl an Kontaktstellen, die man für einen einzigen Auftrag ansprechen muss.

Doch auch der Arbeitstag eines Übersetzers beträgt für gewöhnlich nicht mehr als 8-10 Stunden – ein Zeitraum, der bei mehreren Eilübersetzungen mit Sonderwünschen und Vorbereitungszeit trotz der in Aussicht stehenden Bezahlung mehr als knapp bemessen ist. Es gibt für Kunden jedoch Möglichkeiten, dem Übersetzer einerseits die Arbeit zu erleichtern und andererseits selbst den Übersetzungspreis zu senken.

Das Auftragsformat

Am Anfang steht der Text: Irgendein Format, irgendeine Handschrift, irgendein Medium. Hat der Übersetzer weder auf seiner Visitenkarte oder auf seiner Homepage genaue Angaben zum Lieferformat gemacht oder beim Voranschlag vergessen, auf gewisse Formate hinzuweisen, kann es vorkommen, dass er plötzlich mit Dateien konfrontiert ist, die weder von seinem CAT-Tool lesbar, noch ohne weitere Bearbeitung angenehm zu übersetzen sind (So gängig PDF auch als Universalformat ist, so lästig wird es als Ausgangsformat für Übersetzungen. Die Erweiterung der Verarbeitungsmöglichkeiten macht in letzter Zeit jedoch gewaltige Fortschritte). Der schlimmste Fall wäre sogar noch ein in unleserlicher Handschrift verfasstes Blatt Papier. Die Dechiffrierung und Umwandlung kostet Zeit. Zeit, die der Übersetzer ohne weiteres auf der Endrechnung angibt. An dieser Stelle ist es also immer ratsam, sich bei der Auftragsvergabe über Dateiformate und sonstige textuelle Rahmenbedingungen zu verständigen, damit auf der Rechnung nicht plötzlich ein Sonderzuschlag für „schwer lesbare Texte“ erscheint und der Übersetzungspreis in die Höhe schießt. Der Aufschlag pendelt hierbei zwischen 25% und 50%.

Zusatzwünsche: Terminologie

Viele Kunden wünschen sich neben der eigentlichen Übersetzung auch eine Terminologiedatenbank, die sie, bereits mit einigen Begriffen angereichert, bei der Auftragsvergabe miteinreichen. Diese zuvorkommende Geste kann dem Übersetzer jedoch zum Hindernis werden, sollte er beispielsweise einfache Bindewörter, Grundwortschatz oder Namen aus der Datenbank wieder herausfischen müssen. Die Datenbank soll den konsequenten Gebrauch der (firmen-)internen Terminologie sicherstellen und kein Wörterbuch für Angestellte sein. Aus Sortierungsgründen sollte darüber hinaus auch auf den Eintrag des Artikels der einzelnen Wörter verzichtet werden.

Rückversicherung und Prüfung

Professionelle Übersetzer achten selbstverständlich mit einem geschulten Auge auf die Schwierigkeiten, die während der Übersetzung des Ausgangstextes auf sie zukommen könnten und werden sich bei gravierenden Hindernissen sofort an den Auftraggeber wenden. Schließlich kann ein Fehler im Ausgangstext auch verheerenden Folgen für den Auftraggeber haben.

Auf übersichtliche Stichpunkte reduziert, können Auftraggeber ihre Texte also vorab auf folgende Kriterien prüfen und sich so schon vorab einen Überblick über den Preis der Übersetzung machen, denn viele Übersetzer führen auch ein Kostenverzeichnis auf ihrer Website:

  • Dateiformat
  • Lesbarkeit
  • Verständlichkeit und Zusammenhang
  • Vollständigkeit
  • Richtigkeit der persönlichen Angaben bei Auftragsvergabe
  • Fachlichkeit (z. B. Medizinübersetzungen)
  • Textlänge
  • Erwartetes Lieferdatum

Felix Hoberg

Felix ist Übersetzer mit den Arbeitssprachen Französisch und Spanisch und bloggt aus Leipzig über relevante Inhalte für Übersetzer und Dolmetscher bei Übersetzer.jetzt